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Allmende

Gemeinsam zu nutzendes Gut. Die Bedeutung in Karandon ist die gleiche wie im Mittelalter und heute – es gibt den Begriff weiterhin in einigen Gegenden. Dörfer in Karandon verfügen in aller Regel über eine Allmende, die eine bestimmte Landfläche ebenso beinhaltet wie Wald und Gewässer.

Ausfallpforte (Ausfalltor)

Ein Nebeneingang (oft zusätzlich gesichert) innerhalb der Befestigungseinlage. Wie der Name verrät, diente es im Belagerungsfall der Besatzung für Ausfälle. Aber auch eine heimliche Flucht konnte durch die Ausfallpforte stattfinden. Sie war vorzugsweise versteckt und konnte auf einen eigenen Weg münden, der auch eine Abkürzung beinhalten konnte.

Bauer

Im Mittelalter und in Karandon bilden die Bauern den größten Teil der Bevölkerung. Die meisten sind einem Grundherrn (→ Grundherrschaft) unterstellt, sind diesem hörig und damit unfrei. Zudem gibt es den Begriff Leibeigenschaft, der in der Abgrenzung von der Hörigkeit aber nicht immer klar ist. Beide indes sind nicht zu verwechseln mit Sklaverei. Hörige Bauern sind an die Scholle gebunden, also an das Land des Grundherrn und schulden diesem Abgaben und ggf. Dienste und unterstehen seiner (niederen) → Gerichtsbarkeit, haben ihm gegenüber diverse Pflichten und benötigen sein Einverständnis zum Heiraten. Dafür genießen sie seinen Schutz. Für das Mittelalter gibt es hier immer wieder begriffliche Abweichungen, für Karandon ist das etwas einfacher und klarer definiert. Neben den hörigen (unfreien) Bauern gibt es aber auch freie Bauern. Diese sind nicht von einem Grundherrn abhängig, machen also quasi ihr eigenes Ding. In Karandon pachten sie von einem → Grafen, → Fürsten oder dem König einen Hof bzw. Land. Sie leisten keine Abgaben oder Dienste, genießen aber auch keinen Schutz durch einen Grundherrn. Sie sind auch keine → Vasallen, denn im Mittelalter wie in Karandon gilt: → Lehnswesen und → Grundherrschaft sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Bergfried

Hauptturm einer Burg, meist nur mit einer Leiter über einen erhöhten Eingang zugänglich. Bei Gefahr konnte die Leiter entfernt werden.

Bildung

Lesen und Schreiben waren im Mittelalter weniger verbreitet als heute. Traditionell gehörte Bildung zur Geistlichkeit. Allerdings gab es auch eine Laienbildung. Längst nicht alle → Könige, → Fürsten, → Grafen und einfachen → Ritter konnten lesen und schreiben, wenngleich sich mit der höfisch-ritterlichen Kultur (→ Ritter) eine eigene Ritterdichtung herausbildete. Auch höhergestellte Frauen genossen oft eine gute Bildung. Übrigens ist im Mittelalter die für uns heute so selbstverständliche Zusammengehörigkeit von Lese- und Schreibfähigkeiten nicht immer gegeben. Es gab Menschen, die zwar lesen, aber nicht schreiben konnten, und solche, die nicht lesen, aber schreiben konnten, indem sie die Buchstaben lediglich abmalten, zumal sich das Schreiben im Mittelalter aufgrund der verwendeten Schreibutensilien als deutlich schwieriger gestaltete als heute. In Karandon sind die Verhältnisse recht ähnlich den mittelalterlichen. Grundsätzlich wird die Bildung von der Geistlichkeit gepflegt, aber auch Laien steht sie offen, zum Beispiel an Schulen und Universitäten. Der Herzog von Ysca ist der größte Förderer der Laienbildung in Karandon. Die Universität von Ysca genießt folglich auch einen hervorragenden Ruf und somit ist Ysca das Herzogtum, das über den höchsten Bildungsgrad verfügt. In Karandon lernen also längst nicht alle Menschen lesen und/oder schreiben, für den König, die Fürsten und Grafen ist es aber neben der Geistlichkeit selbstverständlich. Einfache Ritter können oft weder lesen noch schreiben. Das wird auch nicht von ihnen erwartet.

Burgfrau

Ehefrau eines Burgherrn. Sie ist sozusagen die Hausherrin und kümmert sich u. a. um Verwaltungsfragen und Organisation in der Burg, vertritt ihren Mann während dessen Abwesenheit. Ggf. ist sie somit auch für Verteidigungsaufgaben zuständig und es ist davon auszugehen, dass auch mittelalterliche Burgfrauen in solchen Fällen zur Waffe griffen. In Karandon unterscheidet sich die Burgfrau begrifflich von der Burgherrin: Die Burgfrau ist mit dem Vasallen, also dem → Burgherrn verheiratet, die Burgherrin ist die Vasallin selbst. → Lehnswesen

Burgherr

In Karandon immer (im Mittelalter ist der Begriff komplexer) ein ritterlicher Lehnsherr, also Inhaber eines Burglehens, das die Burg selbst umfasst, aber auch das zugehörige Land mit einem oder mehreren Dörfern. Er ist entweder → Vasall eines → Herzogs oder eines → Grafen. Nur in der → Korona kann ein Burgherr auch direkter Vasall des Königs sein, da der König dort die Position eines Fürsten (vergleichbar einem Herzog) hat. In der Korona gibt es aber auch Burgherren, die Vasallen von Grafen sind. Das weibliche Gegenstück zum Burgherrn in Karandon ist die Burgherrin; damit ist dort nicht die Ehefrau eines Burgherrn gemeint (→ Burgfrau), sondern die Vasallin selbst, die natürlich auch verheiratet sein kann. Eine Burgherrin muss in Karandon immer ein → Ritter sein. → Lehnswesen

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