
Heraldik
Wappenkunde und Wappenkunst → Wappen
Herold
Im Mittelalter und in Karandon derjenige, der sich mit → Heraldik bzw. → Wappen auskennt. Er kommentiert und bewertet auch Turniere oder wirbt für die eine oder andere Mannschaft bzw. einzelne Ritter im Turnier. Die Herolde gehören zum (gehobenen) fahrenden Volk. In Karandon gibt es auch (wenige) Heroldinnen. Die obersten Herolde nennt man → Wappenkönige.
Herzog
Ursprünglich ein Heerführer, also der, der »vor dem Heer zieht«. Daraus entwickelten sich die frühmittelalterlichen Stammesherzogtümer, die im Laufe der Zeit weiter aufgeteilt wurden. Die Herzöge zählten im Mittelalter zu den weltlichen Fürsten, und das gilt für Karandon genauso. Sie gehören also zum Hochadel und erhalten ihr Lehen direkt vom König (→ Lehnswesen). Sie sind Teilhaber an der Reichsgewalt von Karandon und zählen zu den Königswählern. Ein Herzogtum besteht in Karandon aus der unmittelbaren Herrschaft des Herzogs und verschiedenen Grafschaften und Burglehen sowie Dörfern und Ländereien. Jedes Herzogtum hat eine → Stammburg, die namensgebend für das gesamte Herzogtum ist. Alle angehenden Herzöge müssen in Karandon eine ritterliche Ausbildung (→ Ritter) durchlaufen und es ist Sitte (verpflichtende Tradition), dass sie dabei mindestens ein Jahr lang → Knappe am Königshof sind. Das bindet die späteren Herzöge persönlich an den König. In Karandon gibt es nicht wenige Herzoginnen; Voraussetzung für ihre Belehnung mit einem Herzogtum ist hier jedoch die Erlangung der Ritterwürde. Die Ehefrau eines Herzogs wird ebenfalls als Herzogin angesprochen – und analog dazu redet man den Ehemann einer Herzogin als Herzog an. Die Eheleute sind aber selbst keine königlichen Vasallen.
Hut
(Mehrzahl: Huten)
Grundstellung im historischen Fechten, aus der die Führung der Hiebe erfolgt
Iden
Sie bezeichnen je nach Monat den 13. oder 15. Tag. → Datierung
Kalenden
Sie bezeichnen den ersten Tag eines Monats. → Datierung
KNAPPE
Meist die Bezeichnung für einen angehenden → Ritter, konnte im Mittelalter aber auch für einfache Kriegsknechte (→ Waffenknecht) verwendet werden. Außerdem wurden gerade im ausgehenden Mittelalter viele Knappen gar nicht mehr zu Rittern erhoben (kostspielig); Ritter und Knappen (Edelknechte, Edelknappen) bildeten zusammen die Ritterschaft. In Karandon sind mit dem Begriff Knappen ausschließlich Ritteranwärter gemeint, also meist Jugendliche, die nach der Ritterwürde streben und sich zu Rittern ausbilden lassen. Hierbei gibt es große Unterschiede. Je höher der Adel der Familie, desto besser ist der Status des Knappen. So gibt es Knappen, die persönlich dem König, einem → Herzog, → Grafen, → Burgherrn oder einfachem Ritter unterstehen und solchen, die auf größeren Burgen oder an fürstlichen Höfen keinem ritterlichen Herrn persönlich dienen. Umgekehrt kann sich auch nicht jeder Ritter einen Knappen leisten. Knappen dienen nicht zuletzt dem Festigen persönlicher Bindungen sowie der jeweiligen Einflussnahme. In Karandon verlangt der König, dass ihm ein künftiger Herzog mindestens ein Jahr lang als Knappe dient. Dies ist sozusagen eine verbindliche Tradition. Auch die Herzöge und Grafen nehmen in der Regel die Dienste ihrer künftigen ritterlichen → Vasallen als Knappe in Anspruch. Fürstliche Knappen wechseln oft an mehrere Höfe, mitunter sind sie auch eine Weile an ausländischen Höfen. Historisch gesehen sind Knappen natürlich männlichen Geschlechts. Knappe ist schließlich mit dem Wort »Knabe« verwandt. In Karandon gibt es inzwischen, losgelöst von der ursprünglichen Bedeutung, aber auch weibliche Knappen, allerdings sind sie in der Minderheit. Sprachlich existiert auch hier nur die männliche Form. Ein weiblicher Knappe wird also immer Knappe genannt, niemals Knappin.
KNAPPENKAMMER
Den Begriff gibt es in dieser Form nur in Karandon und seinen Nachbarländern. Wie der Name andeutet, handelt es sich um einen Schlaf- und Aufenthaltsraum für die → Knappen. Eine Knappenkammer findet sich auf größeren und mittelgroßen Burgen, überall dort, wo eine entsprechende Anzahl von Knappen ausgebildet wird. Auf kleineren Burgen nächtigen die Knappen ansonsten bei ihren → Rittern oder im Burgsaal. Da es in Karandon auch weibliche Knappen gibt, kann eine Knappenkammer aus Erwachsenensicht durchaus ein problematischer Ort sein. Aus diesem Grund gibt es auf größeren Burgen bisweilen sogar zwei Knappenkammern nach Geschlechtern getrennt. Teils wird eine Knappenkammer auch in zwei Bereiche getrennt, sodass Jungen und Mädchen zumindest auf Abstand nächtigen (gerade in der kalten Jahreszeit wird schließlich eng zusammengerückt). Hier haben die älteren Knappen dann eine gewisse Verantwortung, dass die jungen Leute sich angemessen verhalten. Die Knappenkammer ist in der Regel sehr spartanisch gehalten. Die meisten Knappen schlafen auf Strohsäcken, sehr selten auf Matratzen oder gar in Betten. Ansonsten gibt es dort noch Truhen für die Habseligkeiten und eine Waschmöglichkeit sowie oft einen Nachttopf.
KÖRPERGRÖßE
Die Menschen und → Tiere sind im Durchschnitt etwas kleiner als in den modernen Industrieländern. Auch hier gilt das Mittelalter (mit all seinen Schwankungen bezüglich der Körpergröße – schließlich geht es um einen »schlappen« Zeitraum von über 1000 Jahren und eine große räumliche Ausdehnung) als grobe Orientierung. Die Frauen in Karandon erreichen im Durchschnitt eine Körpergröße von knapp 1,60 m, Männer sind oft über 1,70 m groß. Allerdings ist dies nur ein sehr grober Richtwert. Zu den größten Menschen in Karandon zählen Herzog Geliart von Aldorion (»Im Bann des Löwen«) und der Ritter Wentario von Gjest (»Wie ein Phönix«), während der in verschiedenen Geschichten auftauchende Ritter Pluton von Maham keine 1,60 m erreichen dürfte. Genau kann man das aber nicht sagen, denn niemand würde es ernsthaft wagen, Pluton von Maham vermessen zu wollen!
KORONA
Das Wort basiert auf unserem lateinischen Wort Corona (»Krone«). In Karandon bezeichnet es die Krondomäne, also das unmittelbare Land des Königs. Es ist Zentrum des Königreichs von Karandon. Der König ist → Fürst der Korona und alle → Grafen der Korona unterstehen dem König direkt als → Vasallen. Einige → Ritter unterstehen den Korona-Grafen, andere dem König direkt. → Lehnswesen

