Du glaubst, du bist im Mittelalter gelandet? Doch wenn du das Königreich von Karandon betrittst, hast du keine lange Zeitreise hinter dir. Du bist in eine andere Welt gereist, allerdings befindest du dich immer noch im 21. Jahrhundert. Hier nun kannst du ein wenig mehr erfahren über Karandon. Tatsächlich sind die Verhältnisse hier in zahlreichen Bereichen mittelalterlich, aber im gegenwärtigen Karandon hat sich doch das eine oder andere geändert. Im Alltag ist vieles so geblieben, wie es aus dem hohen und späten Mittelalter bekannt ist. Es gibt keinen Buchdruck, keine Industrialisierung, keine Elektrizität, keine Feuerwaffen und nichts, was wir mit moderner Technik verbinden. Auch haben die Menschen, von denen die meisten auf dem Land leben, ein anderes Werte- und Weltbild als wir heute. Die Kindererziehung ist viel strenger, der Umgang mit dem Tod ist offener, Gefühle werden oft anders ausgedrückt, wozu auch das häufigere Weinen gehört. Und eine staatliche Gewalt ist unbekannt. Zum Beispiel ist auch das Recht auf bewaffnete Selbsthilfe in Form einer Fehde in gewissem Rahmen erlaubt. Kurzum, es gibt jede Menge Übereinstimmungen mit dem Mittelalter. Aber was ist nun anders? Da wir uns hier im 21. Jahrhundert befinden, hat sich auch in Karandon einiges weiterentwickelt. Man achtet ein wenig mehr auf die Hygiene, auch wenn man keine rechte Ahnung von Bakterien oder Viren hat und Wundstarrkrampf (Tetanus) und andere Infektionskrankheiten häufige Todesursachsen sind. Vor allem aber hat sich gesellschaftlich eine Menge getan. In Karandon sind Frauen und Männer – zumindest theoretisch – gleichberechtigt. Beispielsweise können Frauen studieren oder auch Ritter oder Pfarrerin werden, ebenso wie Herzogin, Bischöfin oder gar Königin. Das gefällt allerdings einigen Zeitgenossen überhaupt nicht. In Karandon hat zudem die sogenannte soziale Mobilität zugenommen, die im Mittelalter übrigens auch schon viel stärker war, als gern behauptet wird. Konkret bedeutet dies, dass in Karandon auch ein Bauer oder eine Bäuerin Karriere machen und Ritter werden oder ein hohes geistliches Amt bekleiden kann. Tatsächlich geschieht das aber nicht allzu häufig, denn es gibt auch hier genügend Menschen, die dies nach wie vor nicht gutheißen und Bestrebungen dieser Art im Keim ersticken.


Das andere Mittelalter